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Informationen zum Bringsystem

Entsorgung von Hefe- und Trubstoffen aus der Weinbereitung der Verbandsgemeinde Rhein-Selz

  • Anlieferung zu den Kläranlagen Guntersblum und Hillesheim für den Bereich der ehemaligen VG Guntersblum
  • Anlieferung zur Kläranlage Oppenheim für den Bereich der ehemaligen VG Nierstein-Oppenheim

Wie jedes Jahr rufen wir die Winzer dazu auf, die anfallenden Hefe- und Trubstoffe sowie Weinbauabwasser direkt auf unseren Kläranlagen anzuliefern!

Warum sind unsere Abwasserbetriebe so daran interessiert, diese Abfallstoffe aus der Weinproduktion angeliefert zu bekommen? Das hat einen ganz wichtigen Grund:

Das Weinbauabwasser ist in hohem Maße sauerstoffzehrend und beinhaltet sehr große Mengen an Kohlenstoffen, die in der Biologie unserer Kläranlagen nur sehr aufwendig abgebaut werden können. Vor allem die sauerstoffzehrende Eigenschaft hat zur Folge, dass die Bakterien im biologischen Teil der Kläranlage, die zur Abwasserreinigung dringend benötigt werden, nicht genügend Sauerstoff im Abwasser vorfinden und sehr schnell „absterben“.

In solch einem Fall ist eine Reinigung des ankommenden Abwassers nicht mehr möglich, sodass die vorhandenen Aggregate (Belüfter) unter hohem Energieaufwand versuchen müssen, die Sauerstoffversorgung sicher zu stellen. Das dies – gerade bei den derzeit sehr hohen Energiekosten – immense Summen verschlingt, ist wohl jedem verständlich. Noch ein weiterer Aspekt ist hinsichtlich der Notwendigkeit der Anlieferung des Weinbauabwassers besonders zu beachten. Weinbauabwasser hat einen hohen Säureanteil – der Ph-Wert liegt in einem Bereich weit unter 7 – und kann so Betonteile in der Kanalisation und den sonstigen baulichen Anlagen stark schädigen. Auch Gummidichtungen und Metallteile werden angegriffen und beschädigt. Die regelmäßigen TV–Untersuchungen zeigen uns immer wieder solche Schadensbilder, wobei eine Sanierung der Kanalleitungen dann oftmals nur unter Einsatz von großen finanziellen Mitteln möglich ist.

Unabhängig davon unterliegen unsere Abwasserbetriebe – wie alle Betriebe in Rheinland-Pfalz – einer sehr intensiven behördlichen Überwachung, gerade in der „Weinbaukampagne“. Bei diesen amtlichen Kontrollen werden Abwasserproben entnommen und auf bestimmte Schadstoffkonzentrationen untersucht, wobei hier natürlich auch der Kohlenstoff eine erhebliche Rolle spielt. Diese Untersuchungen sind Grundlage für die zu zahlende Abwasserabgabe, einer Abgabe für die Einleitung von gereinigtem Abwasser in das angrenzende Gewässer. Hier werden bestimmte Grenzwerte zu Grunde gelegt, die nicht überschritten werden dürfen. Sollte bei solch einer Kontrolle eine Überschreitung dieser Grenzwerte festgestellt werden, so erhöht sich die zu zahlende Abgabe um ein Vielfaches. Sollte im Kläranlagenablauf eine Grenzwertüberschreitung festgestellt werden, die sich aus der Einleitung von kohlenstoffhaltigen Weinbauabwasser ergeben hat, so steigt diese Abgabe auf das 100fache an. Diese Kosten muss die Gemeinschaft der Gebührenzahler tragen.

Unsere Mitarbeiter sind aus diesem Grund gehalten, Kontrollen dahingehend durchzuführen, dass in Weinbaubetrieben die Rückhaltung von Weinbauabwasser ordnungsgemäß durchgeführt wird. Sollte bei diesen Kontrollen ein Verstoß gegen die Bestimmungen der „Allgemeinen Entwässerungssatzung“ festgestellt werden, so kann dies mit erheblichen Bußgeldern geahndet werden. Weiter sind die Mitarbeiter gehalten, bei Feststellung von unerlaubten Einleitungen, sei es Hefe, Trub o.ä., diese im Kanalsystem zurück zu verfolgen und möglichst den „Einleiter“ zu ermitteln. In solchen Fällen muss der Einleiter mit erheblichen Konsequenzen, bis hin zu staatsanwaltlichen Ermittlungen und Einleitung von Strafverfahren, rechnen.

 Um dies zu vermeiden, bietet die Verbandsgemeinde Rhein-Selz das sogenannte „Bringsystem“ für Weinbauabwasser an.

Im Rahmen dieses Bringsystems können Hefe- und Trubstoffe sowie Weinbauabwasser aus der Weinbereitung auf der Kläranlage Guntersblum und Hillesheim (für das Gebiet der ehemaligen VG Guntersblum) und auf der Kläranlage Oppenheim (für das Gebiet der ehemaligen VG Nierstein-Oppenheim) angeliefert werden. Die Termine sind abzusprechen bzw. auf den Kläranlagen zu erfragen und auch unserer Homepage zu entnehmen.

Merkblatt für die Anlieferung der flüssigen Reststoffe

Weiter weisen wir darauf hin, dass Hefe- und Trubstoffe in flüssiger Form nicht ohne weiteres auf landwirtschaftlich oder weinwirtschaftlich genutzte Flächen ausgebracht werden können. Eine Ausbringung in gepresster Form (Filterplatten) im Rahmen der Teilnahme am Bringsystem kann wie in den letzten Jahren erfolgen.

Es gibt derzeit folgende Entsorgungswege für Hefe- und Trubstoffe:

  • im Rahmen des Bringsystems
    Anlieferung zur Kläranlage (wie oben genannt)
      a) Lieferung an Brennerei (Lieferscheine bitte aufbewahren)
      b) Abholung durch Flüssigentsorger (Lieferscheine bitte aufbewahren)
      c) Filtration und Ausbringung der Filterplatten (Platten bitte zählen und Gesamtmenge für spätere Erhebung aufschreiben)

  • im Rahmen der Landbaulichen Verwertung
    Ausbringung des gesamten Weinbauabwassers incl. Hefe und Trubstoffe auf landwirtschaftlich bzw. weinwirtschaftlich genutzte Flächen nach Abschluss eines Vertrages mit den Verbandsgemeinden über die „Landbauliche Verwertung“. Hierbei verpflichtet sich der Betriebsinhaber sämtliches Weinbauabwasser aufzufangen und getrennt zu entsorgen. Dazu gehört auch die Errichtung eines Waschplatzes für Lesegeräte. Die Führung eines Abwasserkatasters ist erforderlich. Als Kontrollstelle ist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Oppenheim benannt. Interessierten Betrieben wird auf Anfrage ein entsprechender Vertragsentwurf zugesandt.

Kontakt:

Alzey

Tel. 0 67 31 / 5 47 76-0

Guntersblum

Tel. 0 62 49 / 8 05 68-0

Im Notfall:

Außerhalb der Geschäftszeiten

Tel. 0151 - 18 62 25 94

im Bereich Stadt Alzey und VG Alzey Land und VG Rhein-Selz

 
 

Unsere Standorte

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Standort Alzey
Amtgasse 10
55232 Alzey
Tel. 0 67 31 / 5 47 76-0
Fax 0 67 31 / 5 47 76-20

Standort Guntersblum
Alsheimer Straße 29
67583 Guntersblum
Tel. 0 62 49 / 8 05 68-0
Fax 0 62 49 / 8 05 68-20

Unsere Entsorgungsgebiete

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